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Was hinter einer Brustentfernung steckt

Was hinter einer Brustentfernung steckt 640 360 Dr. Tina Peters

Wenn Frauen über eine Brustamputation oder eine Brustverkleinerung nachdenken, gibt es zahlreiche Fragen. Eine Expertin klärt auf, was man dabei beachten muss.

Kerstin Ott hat sie sich vor einigen Jahren „wegnehmen lassen“, ihre Oberweite. In einem Podcast sprach die Schlagersängerin Mitte April erstmals öffentlich darüber: An ihrer Brust habe sie sich eher gestört. Dazu kam die Angst vor Brustkrebs. Der Krebs habe in ihrer Familie „gewütet“.

Welchen Eingriff genau Ott hat machen lassen, bleibt vage. Der Unterschied zwischen einer Brustverkleinerung und einer Brustamputation, medizinisch Mastektomie, ist jedenfalls enorm.

Und auch Brustamputation ist nicht gleich Brustamputation: Es ist etwas anderes, ob jemand wegen eines stark erhöhten Krebsrisikos operiert wird, oder weil die Person mit flacher Brust glücklicher ist. Doch der Reihe nach.

Wann gibt es eine echte Indikation für eine beidseitige Brustamputation?

Fast nur bei genetischer Vorbelastung. Und zwar einer ganz bestimmten. „Die echten Indikationen zur Brustamputation sind BRCA1 und BRCA2“, sagt Tina Peters, plastische Chirurgin aus Hamburg.

Veränderungen in diesen Genen treiben das Brustkrebsrisiko dramatisch in die Höhe: Mehr als 90 Prozent der betroffenen Frauen erkranken bis zum 40. Lebensjahr. „Das ist eine der ganz wenigen medizinischen Begründungen, prophylaktisch beide Brüste abzunehmen“, sagt die Ärztin.

Diesen Schritt öffentlich gemacht hat als eine der Ersten US-Schauspielerin Angelina Jolie: 2013 schilderte sie in einer Erklärung in der „New York Times“, warum sie sich als BRCA1-Trägerin für die Operation entschieden hatte. Weitere Prominente wie die Schauspielerin Christina Applegate folgten ihr.

Woran erkennt man ein erhöhtes Brustkrebsrisiko?

Wenn Mutter, Schwester oder Großmutter in jungen Jahren an Brustkrebs erkrankten, sollte man unbedingt einen Gentest machen lassen, rät Peters. Der Aufwand ist überschaubar: Es reicht eine simple Blutentnahme.

Neben BRCA gibt es noch einige wenige, besonders aggressiv wachsende Krebsarten, bei denen ebenfalls eine beidseitige Amputation nötig werden kann. Das aber sind Ausnahmen.

Angst vor Krebs: Kann man sich die Brüste prophylaktisch entfernen lassen?

Nein, eine diffuse Krebsangst reicht nicht. „Das ist einfach keine Indikation für eine Brustamputation“, sagt Peters. Denn Studien zeigen, dass bei vielen Formen von Brustkrebs die Kombination aus brusterhaltender Operation und anschließender Strahlentherapie genauso sicher ist wie die komplette Entfernung.

Dennoch kämen Patientinnen immer wieder mit genau diesem Wunsch, etwa nach einer einseitigen Krebsdiagnose oder weil die Mutter erkrankt war, erzählt die plastische Chirurgin.

Der Gedanke dahinter ist verständlich: „Ich möchte die einfach weghaben, dann habe ich meine Ruhe.“ Peters nennt das aber „zu kurz gedacht“. Viele Frauen stellten sich den Eingriff als harmlos vor. „Aber in der Realität sieht das ganz anders aus. Trotz eingehender Aufklärung können die Menschen oft nicht abschätzen, was für eine weitreichende Entscheidung das ist.“ Schließlich ist die Brust für das Körperbild und die Psyche vieler Frauen enorm wichtig.

Wie läuft eine Brustamputation ab?

Früher bedeutete Mastektomie: alles weg, radikaler Schnitt inklusive Brustwarze. Das hat sich verändert. Heute ist bei vielen Patientinnen eine sogenannte subkutane Mastektomie möglich: Die äußere Brusthülle bleibt erhalten, also Haut und möglichst auch die Brustwarze. „Man höhlt die Brust von unten aus und entfernt das gesamte Drüsengewebe“, erklärt Peters.

Die Krux dabei: Je radikaler das Drüsengewebe entfernt wird, desto geringer das Krebsrisiko, aber desto schwieriger auch die Rekonstruktion.

Brustaufbau: Was ist realistisch?

Hier liegt einer der größten Mythen: die Vorstellung, nach einer beidseitigen Mastektomie einfach eine Wunschbrust zu erhalten. Peters nennt ihn den „Angelina-Jolie-Effekt“, weil man bei der Schauspielerin immer nur das perfekte Dekolleté nach außen sehe, nie die Narben darunter. „Das ist in der Realität selten der Fall“, sagt Peters.

Beim Brustaufbau gibt es zwei Wege. Die Verwendung von Eigengewebe, oft aus dem Unterbauch, liefert das natürlichste Ergebnis, ist aber aufwendig und nur an spezialisierten Zentren möglich.

Die zweite Option ist ein Implantat. Das Ergebnis ist schneller, hängt aber stark vom Körper der Patientin ab. Bei sehr schlanken Frauen liegt das Implantat direkt unter der Haut, Falten und Unebenheiten werden sichtbar. Und: Mit Implantaten hat man ein Leben lang zu tun, wenn es zum Beispiel verrutscht oder sich eine schmerzhafte Kapsel bildet. „Man muss damit rechnen, nachoperiert zu werden“, sagt Peters.

Muss man trotz beidseitiger Brustamputation zur Nachsorge?

Ja, unbedingt. Auch nach Brustamputation ist regelmäßige Nachsorge Pflicht. Denn Brustdrüsengewebe hat Ausläufer bis in die Achselhöhlen, minimale Reste können verbleiben. Auch Krebszellen, die sich bereits vor der Operation in Lymphknoten oder Haut abgesiedelt haben, können Jahre später noch aktiv werden.

Kann man sich die gesunden Brüste entfernen lassen, weil man sich nicht weiblich fühlt?

„Ein gesundes Organ darf nicht einfach so entfernt oder amputiert werden“, sagt Tina Peters. Wer eine „Top Surgery“ möchte – also eine beidseitige Mastektomie aus Gründen der Geschlechtsidentität –, benötigt mindestens ein Indikationsschreiben einer Therapeutin oder eines Therapeuten. Manche Kliniken verlangen ein psychiatrisches Gutachten.

Einige wenige operieren auch nach einem Erstgespräch ohne weitere Dokumente. „Da befinde ich mich als Chirurgin allerdings in einer rechtlichen Grauzone“, sagt Peters. Die Kosten in Höhe von 8000 bis 12.000 Euro, teils mehr, müssen in der Regel selbst getragen werden.

Wie ist es mit einer Brustverkleinerung – kann die jede Person machen lassen?

Wenn es einen medizinischen Grund dafür gibt – ja. Tatsächlich können große, hängende Brüste krank machen. Sie verursachen zum Beispiel Rücken- und Nackenschmerzen, dazu chronische Hautprobleme in der Unterbrustfalte. „Das ist eine eindeutig medizinische Indikation“, sagt Peters.

Die Krankenkassen geben vor, dass mindestens 500 Gramm Gewebe pro Seite entfernt werden müssen. „In der Realität können es aber auch weniger sein, und die Patientin profitiert trotzdem davon.“ Bei dem Eingriff wird auch der Hautmantel gestrafft; Brustwarze und Vorhof bleiben erhalten und werden neu positioniert. Manchmal übernehmen die Krankenkassen die Kosten, manchmal nicht, auch wenn die Indikation klar ist. Dann müssen die Patientinnen selbst zahlen.

Lässt sich mit einer Brustverkleinerung das Krebsrisiko reduzieren?

Verschiedene Studien deuten darauf hin, dass eine Brustverkleinerung das Brustkrebsrisiko messbar senken kann – schlicht, weil weniger Drüsengewebe vorhanden ist, das entarten könnte. Allerdings: Das Risiko sinkt – es verschwindet aber nicht. Tina Peters macht klar: „Die Daten reichen nicht aus, um eine Brustverkleinerung aus Krebsangst zu rechtfertigen.“

Artikel erschienen auf STERN.de im April 2026. Das Interview führte Constanze Löffler.

Männer stehen auf Brust-OP

Männer stehen auf Brust-OP 1920 1738 Dr. Tina Peters

Gesichtsstraffung, Fettabsaugung, Brust-OP: Bis vor zehn oder 15 Jahren legten sich hauptsächlich Frauen unter das Messer von Schönheitschirurgen, um Dinge an sich verändern zu lassen. Mittlerweile boomen die Eingriffe jedoch auch bei Männern – und zwar insbesondere die Brust-OPs, wie die Ärztin Dr. Tina Peters im Gespräch mit der MOPO erzählt.

MOPO: Frau Peters, Sie arbeiten seit 27 Jahren im Bereich der Schönheitschirurgie. Haben die Eingriffe bei Männern in dieser Zeit zugenommen?
Dr. Tina Peters: In meiner Praxis in Rotherbaum ist der Männeranteil mittlerweile sehr hoch. Bisher wurden in Deutschland etwa zehn bis elf Prozent der Schönheitseingriffe an ihnen durchgeführt. Ich gehe aber davon aus, dass die Zahl für 2025 schon höher sein wird, denn Beauty-OPs werden enttabuisiert – und auch männliche Stars lassen sich immer häufiger operieren, etwa Brad Pitt, Zac Efron oder Paul McCartney.

Was ist der Grund dafür? Lässt sich auch dieser Hype mit dem Einfluss von Social Media erklären?
Dadurch wird er befeuert. Viele Männer gehen heutzutage im Fitnessstudio pumpen, ernähren sich gesund und wollen auch, dass man das sieht. Manche Dinge lassen sich auf natürlichem Wege nicht ändern, und dann kommen sie hierher. Ein extremer Trend ist aktuell die Gynäkomastie, also die operative Brustverkleinerung: Wenn Männerbrüste von Natur aus etwas größer sind, gehen sie auch durch Training nicht weg. Wer seinen muskulösen Oberkörper in engen Hemden zeigen möchte, stört sich an einem sichtbaren Brustansatz.

Also widersprechen sich der heute oft geäußerte Wunsch nach mehr Männlichkeit auf der einen und Beauty-OPs auf der anderen Seite nicht?
Im Gegenteil! Bis vor ein paar Jahren waren Schönheits-OPs unter Männern verpönt, weil sie oft sehr offensichtlich waren oder zu obskuren Gesichtern geführt haben. Sie waren ein reines Frauenthema. Heute sind die Ergebnisse natürlicher, oft braucht man nicht einmal Fremdmaterial, etwa beim Lifting. Dadurch können typisch männliche Züge wie beispielsweise die Jawline (Kieferpartie, Anm. d. Red.) noch unterstrichen werden.

Was können Sie über die Männer sagen, die zu Ihnen kommen?
Während Frauen aller Altersgruppen vertreten sind – teils hoch bis in die 80er, 90er – kommen Männer vor allem in ihren „besten Jahren“, etwa zwischen 30 und 65. Hin und wieder haben wir Jugendliche, bei denen wir erst mal auf den Ausweis schauen müssen. Unter 18 behandeln wir natürlich nicht. Alle sozialen Schichten sind vertreten, nicht nur aus Hamburg. Dadurch, dass ich schon lange im Business bin, habe ich auch internationale Kunden.

Sie haben von der Brustverkleinerung gesprochen. Welche Eingriffe sind noch beliebt?
Ungeschlagen unter den Männern ist die Oberlidstraffung, die für einen jüngeren und frischeren Look sorgt. Auch die Unterlidstraffung ist beliebt. In Zeiten des Optimierungswahns kommen Männer aber auch immer häufiger mit vermeintlichen Belanglosigkeiten: Zum Beispiel kleine Fettrollen am unteren Rücken, die abgesaugt werden sollen. Weitere Trends sind die Haartransplantation und Korrekturen an den Zähnen.

Steigen eigentlich auch die Zahlen bei Penis-Verlängerungen?
Dort sehe ich keinen Anstieg, denn das ist eine OP, bei der man sehr stark abwägen muss. Die Risiken sind überschaubar, aber bei der Penisverlängerung sind maximal ein bis zwei Zentimeter drin. Zudem ist dieser Eingriff immer noch sehr schambehaftet. Gerade trenden vor allem die Eingriffe, deren Ergebnis man in der Öffentlichkeit präsentieren kann.

Weisen Sie manchmal Kunden ab?
Das kommt vor. Ich nehme zum Beispiel keine Rippen heraus und mache bei Hochrisiko-Eingriffen wie dem „Brazilian Butt Lift“ eine sehr genaue Patientenselektion. Ebenso weise ich Patienten mit unrealistischen Wünschen ab. Manchmal ist man eben mehr Psychotherapeutin als Chirurgin – dann unterhalte ich mich eine Stunde mit dem Patienten und es gibt keinen Eingriff, aber am Ende sind alle trotzdem happy.

Artikel erschienen in der MOPO Dezember 2025. Das Interview führte Pauline Reibe.

„Wie ich meinen Hals rettete“

„Wie ich meinen Hals rettete“ 1500 976 Dr. Tina Peters

Tschüss, schlaffe Haut: Redakteurin Christine (51) ließ sich die Partie unter dem Kinn vom Beauty-Doc straffen.

Als berufstätige Mutter hatte ich wirklich andere Sorgen, als mich über ein paar Fältchen und schlaffe Konturen aufzuregen. Doch mit meinem 50. Geburtstag änderte sich das, und ich schaute kritischer in den Spiegel. Schonungslos zeigte er, was in unserer Familie ein typisches, aber leider unerwünschtes Erbe ist: einen Truthahnhals. Schlaffe, faltige Haut unterhalb des Kinns. Das störte mich gewaltig und würde mit der Zeit sicherlich nicht hübscher werden. Was also tun? Ab sofort nur noch Halstücher und Rollkragenpullover tragen? Nicht mit mir!

Ein Beratungsgespräch beim Beauty-Doc versprach Hilfe

Zuerst recherchierte ich im Internet nach einem guten Arzt oder einer guten Ärztin, denn ich wollte auf keinen Fall in die Hände irgendeines Anti-Aging-Pfuschers geraten. Meine Wahl fiel auf Dr. Tina Peters, Fachärztin für plastische und ästhetische Chirurgie in Hamburg, mit der ich einen Beratungstermin vereinbarte. Die Ärztin nahm sich viel Zeit und klärte mich über verschiedene Methoden, aber auch mögliche Risiken wie etwa Nachblutungen, Schwellungen und Blutergüsse auf.

„Halsfalten sind zunächst einmal eine ganz normale Begleiterscheinung des Älterwerdens, da die Haut in diesem Bereich besonders dünn ist und nur wenig Unterhautfettgewebe besitzt. Verliert die Haut und die darunter liegende Halsmuskulatur (Platysma) mit der Zeit an Elastizität, fängt das Gewebe an zu hängen“, erklärte Dr. Peters. Da in meinem Fall der Hautüberschuss unter dem Kinn bereits sichtbar war, riet sie zur OP. Meine Hoffnung, mit einer minimalinvasiven Methode wie etwa einem Fadenlifting die Kinnpartie zu festigen, schwand. Dafür war es bereits zu spät.

„Grundsätzlich gibt es zwei operative Methoden, um den Hals zu glätten: die etwa einstündige Halsstraffung, bei der durch einen zickzackförmigen Schnitt am…“

Der Tag, an dem es mir an den Kragen ging

Etwas nervös war ich schon, als ich zur OP in die Praxis kam. Doch zum Glück bekam ich dank Narkose nichts von dem Eingriff mit. Eine Überraschung hielten die netten Arzthelferinnen am Kontrolltermin einen Tag nach der OP dann doch noch für mich bereit: einen elastischen Kompressions-Kopfverband, eine Art Stützstrumpf für die Kinnpartie.

Mit diesem gewöhnungsbedürftigen, aber notwendigen Ding auf dem Kopf verließ ich die Praxis, froh, dass ich alles hinter mich gebracht hatte. Musste ich in der folgenden Woche das Haus verlassen, tarnte ich mich mit einem Seidenkopftuch und einer XL-Sonnenbrille. Ich sah aus wie ein Filmstar nach einer Beauty-OP.

Inzwischen sind die Fäden gezogen, und es ist alles gut verheilt. Nun muss ich nur noch für ein paar Wochen unauffällige, hautfarbene Pflaster tragen und die kleine Narbe unter dem Kinn gut pflegen. Ob ich es wieder machen würde? Auf jeden Fall, denn mit dem Ergebnis bin ich mehr als zufrieden.

Kleiner Wermutstropfen: Ewig wird mein schöner, glatter Schwanenhals dem natürlichen Alterungsprozess nicht standhalten. „Etwa zehn Jahre hält das Ergebnis, je nach Veranlagung“, so Dr. Peters. Deshalb rät sie dazu, vorzubeugen: „Täglicher UV-Schutz, ein gesunder Lebensstil und Cremes und Seren, die den Kollagenaufbau anregen, sind für eine möglichst lange glatte Haut essenziell.“

Artikel erschienen in den Zeitschriften „Tina“,“Meins“, Bella“, „Alles für die Frau“ und „Laura“, Bauer Verlag

„Botox und Filler machen das Gesicht sofort frischer“

„Botox und Filler machen das Gesicht sofort frischer“ 1280 865 Dr. Tina Peters

Beim Beauty-Doc stehen Hyalu­ron-Filler nach Botox an zweiter Stelle, um die Faltentiefe zu reduzieren. Im Interview erklärt Dr. Tina Peters, warum häufig beide Wirkstoffe zur Faltenredu­zierung eingesetzt werden.

Mit welcher Methode lassen sich Stirnfältchen am besten glätten?
Mit einer Behandlung mit Botu­linumtoxin. Das Nervengift lähmt und entspannt die Gesichtsmus­keln, wodurch die mimisch bedingten Falten deutlich gemildert werden. Frühzeitig gespritzt, lassen sich so Mimikfalten nicht nur wirksam glätten, sondern auch ihrer Entstehung vorbeugen.

Warum kommen dann auch noch Filler zum Einsatz?
Weil Botox allein häufig nicht mehr ausreicht, vor allem, wenn sich bereits sehr tiefe Falten entwickelt haben. In diesen Fällen wird zusätzlich mit Hyaluronsäu­re-Fillern gespritzt, die die Falten von innen aufpolstern.

Wie läuft die Behandlung ab?
Zuerst erfolgt ein Beratungs­gespräch. Danach werden die betroffenen Zonen desinfiziert und dann Botox bzw. Hyaluron injiziert. Je nach Schmerzempfin­den kann vorher ein lokales Betäubungsmittel aufgetragen werden. Nach der Injektion beruhigt eine Gesichtsmaske oder Creme die Haut.

Welche Risiken gibt es und was kostet die Behandlung?
Als Nebenwirkung können Schwellungen und blaue Flecken auftreten, die nach wenigen Tagen verschwinden. Die Kosten variieren, je nach Areal, Art und Ausprägung der Falten. Sie beginnen bei etwa 250 € für eine Botox- und etwa 350 € für eine Hyaluron-Behandlung. Eine Kombination beider Wirkstoffe kostet entsprechend mehr.

Artikel erschienen in den Zeitschriften „Tina“,“Meins“, Bella“, „Alles für die Frau“ und „Laura“, Bauer Verlag

Selbstbestimmte Schönheit – Freiheit oder Diktat?

Selbstbestimmte Schönheit – Freiheit oder Diktat? 800 533 Dr. Tina Peters

von Stephanie Neubert – Artikel in Kooperation mit Juvéderm

Alles ist möglich, alles scheint erlaubt. Zwar sind wir in Sachen Schönheit freier und diverser als früher, dennoch fühlen sich viele Frauen unter Druck gesetzt. Ob geschminkt, natürlich, mit Fillern, mit Falten, schlank oder kurvig – das weibliche Aussehen wird ständig kommentiert. HEYDAY hat drei Frauen aus der Community sowie eine Fachärztin gefragt, was sie über Selbstoptimierung, Beauty-Druck und den offenen Diskurs zum Thema Schönheitsbehandlungen denken

Als die Öffentlichkeit über Sarah Jessica Parkers Alterserscheinung diskutierte, konterte die Schauspielerin: „Die Leute lästern immer – egal, ob ich was machen lasse, oder mich wie jetzt mit Falten und grauen Haaren zeige.“ Auch Madonna musste nach ihrem Auftritt bei der Verleihung der Grammys harsche Kritik über ihr Äußeres einstecken. Wir leben in einer Gesellschaft, die Menschen stark nach dem Äußeren bewertet. Doch sollten wir nicht längst akzeptieren, dass jeder Mensch seine ganz persönliche Definition von Schönheit hat, und diese auch ausleben darf?

Gerade erleben wir eine Trendwende. Schönheit ist diverser als früher: Wir sehen unterschiedliche Hautfarben, Frauen jedes Alters, verschiedene Körperfiguren, die Geschlechtergrenzen verschwimmen. Viele Frauen wünschen sich jetzt auch mehr Akzeptanz und Transparenz in Sachen ästhetische Behandlungen. Denn ein offenerer Diskurs trägt dazu bei, dass Tabus abgebaut und Transparenz gefördert wird. Den Wunsch nach Offenheit bestätigt der aktuelle Trend-Report von Allergan Aesthetics: 92 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass mehr Menschen offener über Behandlungen sprechen sollten – sowohl für das Gesicht als auch für den Körper.1 Auch Juvéderm, ein Filler-Hersteller, setzt sich für Offenheit und Transparenz bei Beauty-Treatments ein.

Selbstoptimierung muss nicht heißen, dass man ein Problem mit dem Altern hat. Was, wenn die Haut von Natur aus trocken ist, und schneller altert als die anderer Frauen? Was, wenn man sich in einer schwierigen Lebensphase befindet und einem die Probleme ins Gesicht geschrieben sind? Eine minimal-invasive Behandlung wie etwa mit einem Hyaluron-Filler2 könnte der Weg zu mehr Selbstwert sein – ähnlich wie eine vorteilhafte Frisur und strahlende Zähne. Man steht morgens auf und fühlt sich frischer und selbstsicherer. Das bestätigt auch die globale Studie von Allergan Aesthetics: 79 Prozent der Teilnehmer:innen sind der Ansicht, dass nicht-chirurgische Gesichts‐ und Körperbehandlungen das Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl stärken können.1
Wir haben mit drei Frauen aus unserer HEYDAY-Community und einer Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie über Schönheitsideale, Selbstoptimierung und den offenen Umgang mit Schönheitsbehandlungen gesprochen.

1 Allergan Aesthetics, Studie „Consumer Beauty Insights“ 2021 – REF-83962.
2 John HE und Price RD. Patient Preference and Adherence 2009; 3:225-30.

Das Rote Sofa

Das Rote Sofa 960 540 Dr. Tina Peters

Beitrag mit Dr. Tina Peters

Madita will’s wissen

Madita will’s wissen 820 538 Dr. Tina Peters

Interview mit Dr. Tina Peters

OP im Intimbereich gehören längst der Normalität an

OP im Intimbereich gehören längst der Normalität an 800 533 Dr. Tina Peters

Das Schönheitsideal – seit Menschengedenken entwickelten Völker verschiedene, sich im Laufe der Zeit verändernde, doch omnipräsente Idealvorstellungen von einem perfekten Körper und Gesicht. Diese Ideale prägten die Gesellschaft so stark, dass man, ob nun bewusst oder unbewusst, sich in der eigenen Haut nicht mehr wohlfühlte, sobald man in irgendeiner Weise von dieser „Norm“ abwich.

Im Laufe der Zeit haben sich durch die Weiterentwicklung der Medizin die Möglichkeiten der „Korrekturen“, die einem geboten werden, vervielfältigt und – die Gesellschaft hat zudem eine hohe Toleranz und Akzeptanz ihnen gegenüber entwickelt, sodass es heutzutage nichts Besonderes, Nennenswertes oder gar Empörendes mehr ist, wenn man sich einem chirurgischen Eingriff unterzieht. Durch diese Entwicklung wird aber vor allem auch den Menschen das Leben deutlich erleichtert, die nicht nur psychisch unter ihrem Aussehen leiden, sondern auch physische Schmerzen spüren. So auch zum Beispiel im Intimbereich. Dr. med. Tina Peters teilt mit uns ihre Erfahrungen als langjährig praktizierende und erfahrene plastische Chirurgin. Aus der Tätigkeit in ihrer eigenen Praxis in Hamburg kann sie uns unter anderem Näheres zu den Beweggründen der Patienten, den Methoden und Risiken bei Operationen im Intimbereich erzählen.

Die Ästhetik ist wichtiger denn je geworden. Welche Eingriffe führen Sie am häufigsten durch?

Die Tendenz zu minimal-invasiver Faltenbehandlung ist weiterhin steigend. Trotzdem kommen mehrmals im Monat Patienten zu mir in die Praxis, die Wünsche haben, die sich nur mit einer Operation realisieren lassen. Denn Botulinumtoxin, Hyaluronsäure und Eigenfett-Unterspritzungen haben zwar wirklich gute Effekte, stoßen aber irgendwann an ihre Grenzen. Immer dann, wenn es um die Korrektur von überschüssiger, hängender Haut geht oder eine deutliche Verjüngung gewünscht ist, geht es nicht ohne Skalpell. Langzeitstudien haben übrigens gezeigt, dass operative Eingriffe unterm Strich oft nicht teurer sind als minimal-invasive Behandlungen, die ja regelmäßig aufgefrischt werden müssen.

Die meistgewünschte Operation bei mir ist die Oberlidstraffung. Seitdem so viele im Homeoffice arbeiten und ihr Gesicht während der Zoom- oder Teams-Meetings sehen, boomt dieser Eingriff. Lidstraffungen heilen schnell ab, lassen sich gut kaschieren und sind zu jeder Jahreszeit problemlos. Fettabsaugungen sind dagegen in den Herbst- und Wintermonaten angenehmer. Die Kompressionswäsche, die nach dem Eingriff für Monate getragen werden muss, stört im Sommer einfach zu sehr. Außerdem sind die Patientinnen und Patienten dann rechtzeitig zur Outdoor-Saison in shape. Fettabsaugungen haben übrigens seit Corona stark zugenommen und stehen bei vielen ganz oben auf der Wunschliste. Ein Schwerpunkt von mir sind Brustkorrekturen. Deshalb kommen Patientinnen aus ganz Deutschland in meine Praxis.

Aus welchen Motiven lassen sich Ihre Patienten operieren, wie hoch ist der Leidensdruck?

Termin zur Beratung vereinbaren. Die Gründe für eine Operation sind extrem individuell und reichen von medizinischen Beschwerden bis hin zu rein optischen Beweggründen. Letztendlich geht es IMMER darum, sich in seinem Körper wohlfühlen und die Lebensqualität und -freude zu steigern. Je sichtbarer der empfundenen Makel ist, desto höher ist der Leistungsdruck, von Schmerzen einmal ganz abgesehen. Die meisten Patientinnen und Patienten haben sich schon lange Gedanken über einen Eingriff gemacht, bevor sie einen Termin zur Beratung vereinbaren.

Da ist zum Beispiel die junge Frau, die sich mit Implantaten ihren Traum von größeren Brüsten erfüllt. Einfach, weil sie es schön findet. Dann gibt es die Patientin, die sich nach einer oder mehreren Schwangerschaften ein „Mommy make-over“ mit Bruststraffung, Bauchdeckenstraffung und vielleicht einer Fettabsaugung wünscht. Typisch ist auch der Sportler, der trotz maximaler Anstrengung seine Pölsterchen an den Hüften nicht wegbekommt und eine Fettabsaugung möchte. Und natürlich fallen in meinen Bereich als leidenschaftliche Chirurgin auch medizinisch erforderliche Operationen. Dazu zählen der rekonstruktive Brustaufbau nach einer Tumorresektion, eine Fettabsaugung bei Lipödemen oder die Entfernung und Straffung überschüssiger Haut bei Adipositas-Patienten nach erfolgreicher Gewichtsabnahme. Sie merken schon, nach 25 Jahren Berufserfahrung könnte ich unzählige Geschichten hierzu erzählen, aber es lassen sich zumindest ein paar Prototypen beschreiben.

Eingriffe im Intimbereich sind ein hochsensibles Thema. Was sind die Gründe für Operationen im Intimbereich?

Unsere Sexualästhetik hat sich im Laufe von nur einer Generation vollkommen verändert. Die Intimrasur liegt seit einigen Jahren im Trend und dadurch treten bei Frauen z.B. verlängerte innere Schamlippen oder ein voluminöser Venushügel stärker hervor. Auch bei Männern fallen Abweichungen von der Norm stärker auf, wer auch immer diese Norm definiert hat. Es geht aber nicht nur um Optik. Oft gibt es medizinische Gründe für die Eingriffe, denn zu lange Schamlippen können beim Sex Schmerzen bereiten und auch beim Sport oder in engen Hosen stören, ähnlich wie bei Männern ein erschlaffter Hodensack.

Heute spricht man zum Glück offener über diese Themen. Trotzdem wird der Wunsch nach einem Eingriff im Intimbereich von vielen immer noch belächelt und als Luxusproblem abgetan. Aber wenn eine Patientin oder ein Patient ein Problem hat, das körperlich oder psychisch belastend ist, nehme ich das ernst und bemühe mich, kompetente Hilfe anzubieten. Egal, ob es um die optische Optimierung des Schambereichs geht oder um eine funktionelle Störung.

Bei den Frauen geht es meist um eine Verkleinerung der inneren Schamlippen, eine Straffung des Klitorismantels oder eine Korrektur der äußeren Schamlippen. Bei Männern überwiegt der Wunsch nach einer Verdickung und/oder Verlängerung des Penisschafts und der Eichel, teils aus ästhetischen Gründen aber auch häufig aus Gründen der Verbesserung der sexuellen Befriedigung für beide Partner.

Welche Risiken gehen mit Eingriffen im Intimbereich einher?

Die Eingriffe sind so vielfältig, dass sie sich schwer über einen Kamm scheren lassen. Generell gelten die allgemeinen Risiken einer Operation. Aber intimchirurgische Eingriffe sind relativ überschaubar und Komplikationen bei guter Planung und Ausführung seltener. Kleinere Nachblutungen oder Wundheilungsstörungen sind meist unkompliziert zu behandeln. Wundschmerzen, Schwellungen, Blutergüsse und vorrübergehende Gefühlsstörungen gehören zu den normalen Nebenwirkungen. Wichtig ist das postoperative Verhalten der Patienten, das fast genauso wichtig ist wie mein chirurgisches Können.

Wie viel Zeit sollte für die Operation und die folgende Genesung eingeplant werden?

Die Operationen können meist ambulant in Kurznarkose oder in örtlicher Betäubung erfolgen und dauern, je nach Befund, zwischen 1 und 2 Stunden. Sowohl bei Frauen als auch bei Männern ist eine primäre Ruhephase nach der Operation entscheidend, 5 bis 7 Tage sollten im Schnitt eingeplant werden. Geht es allerdings nur um Unterspritzungen mit Hyaluronsäure oder um das Aufspritzen des G-Punkts (O-Shot), ist die Rekonvaleszenz deutlich kürzer und keine lange Ruhezeit nötig.

Welche sind die häufigsten Eingriffe, die Männer durchführen lassen?

Männer machen heute in meiner Praxis fast ein Drittel meiner Patienten aus. Das war vor zehn Jahren noch ganz anders. Aber mittlerweile spüren auch sie den zunehmenden Druck, im Job optisch mithalten zu müssen. Im Gesicht wünschen sie sich unauffällige Eingriffe, um weniger gestresst und genervt auszusehen. Eine Behandlung habe ich extra für Männer entwickelt. Sie setzt Zornesfalten und Krähenfüße geschickt außer Gefecht. Es sind nur minimale Nuancen, die ich mit Botulinumtoxin verändere. Die Mimik beruhigen, nicht lahmlegen, ist das Motto. Die Kunst besteht darin, das Toxin so präzise zu dosieren, dass noch nicht mal enge Mitarbeiter etwas merken. Hyaluronsäure sorgt für frischere Haut und einen dynamischen Eindruck. Ich hebe damit die Mundwinkel, gleiche die Nasolabialfalte aus oder unterspritze die Tränenrinne und entferne damit die Müdigkeit aus der Augenpartie. Neben diesen minimal-invasiven Behandlungen mit Botox und Hyaluronsäure im Gesicht sind vor allem Ober- und Unterlidstraffungen sehr gefragt bei Männern. Zunehmend sind aber auch Fettabsaugungen an Bauch, Hüfte und Brüsten gewünscht. Bei den intimchirurgischen Eingriffen liegen Penis- und Eichelverdickung sowie Penisverlängerung vorn.

Frau Dr. Peters, vielen Dank für das Interview.

PODCAST „DIE DIAGNOSE“

PODCAST „DIE DIAGNOSE“ 600 600 Dr. Tina Peters

Bausünden: Eine Frau leidet an Gliederschmerzen – ist eine kriminelle Machenschaft Schuld daran?
Eine Frau fühlt sich seit Monaten schlapp und hat Gliederschmerzen. Eine Spezialistin findet heraus, was eine Schönheits-OP damit zu tun hat.

In der ersten Folge der neuen Staffel spricht stern-Redakteurin Anika Geisler mit einer Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie: Es geht um eine Frau, die sich mit seltsamen Beschwerden an die Ärztin wendet. Seit einer Weile leide sie unter Knochen- und Gliederschmerzen und fühle sich zunehmend kraftlos, berichtet die Patientin. Auch ihre Brüste sind angeschwollen an und verformen sich.
Handelt es sich hierbei um eine rheumatische Erkrankung, Gelenkverschleiß oder doch eine Krebserkrankung? Keine der bisherigen Untersuchungen förderte die Ursache der Beschwerden zutage. Die Ärztin hat schließlich einen Verdacht: Kann es sein, dass ein Fremdkörper, den die Frau seit einigen Jahren im Körper trägt, hinter den seltsamen Symptomen steckt?
Die Akte der Patientin aus einer vorherigen Behandlung liefert schließlich eine erschreckende Antwort auf all diese Fragen.

Augenblick Mal

Augenblick Mal 1900 2368 Dr. Tina Peters

Etwas zu viel Haut, erschlaffte Muskeln, Fettansammlungen – fertig ist das Schlupflid. Als ihr Blick dauerhaft müde wird, entschließt sich unsere Autorin zu einer Oberlidkorrektur.

Ein sonniger Tag im Mai. Ich komme vom Friseur und fühle mich beschwingt. Wenn ein Selfie, dann jetzt, denke ich, hole das Handy und gebe alles. Die Haare? Top. Zufrieden bin ich trotzdem mit keinem der Fotos. Mein Blick bleibt an meinen Augen haften. Mein linkes Oberlid hängt auf den Wimpern wie eine kaputte Markise und verschleiert meine fröhliche Stimmung. Mein Vater hatte es auch, das „Knickauge“, das lange irgendwie ganz niedlich wirkt – und irgendwann ab fünfzig, gefühlt über Nacht, einen ziemlich müden Eindruck macht. Gespürt habe ich die Hängepartie schon länger, beim Schreiben am Computer, und entwickelte ein en Trick, um die überschüssige Haut nach oben zu blinzeln.

ZWEI TAGE SPÄTER erzähle ich einer Freundin beim Sport von meiner Selfie-Erkenntnis. Sie schmunzelt – und outet sich. Vor Weihnachten hatte sie selbst eine Oberlidstraffung machen lassen – und ich hatte gedacht, es läge an ihr er Frisur, dass sie im neuen aber irgendwie frischer wirkt! Ich inspiziere ihre Augen, erkenne nur einen minimalen hellen Streifen in der Hautfalte – und sitze eine Woche später in der Hamburger Praxis von Dr. Tina Peters. Die plastisch-ästhetische Chirurgin ist Expertin für Blepharoplastiken, so der medizinische Fachbegriff. In Deutschland ist die Oberlidkorrektur die am häufigsten nachgefragte Operation. „Bei Schlupflidern spielen oft genetische Faktor en eine Rolle. Ich höre immer wieder von Patientinnen, dass ihre Verwandt en die gleichen Probleme hätten. Deshalb können auch schon Jüngere betroffen sein“, erklärt die Fachärztin. „Mit den Jahren verstärkt sich der Spannungsverlust. Das Bindegewebsband erschlafft, Fettgewebe kann hervortreten. Auch das altersbedingte Absinken der Stirn und der Augenbrauen fördert die Entwicklung von Schlupflidern.“ Meine Entscheidung, 1500 Euro zu investieren, fällt schnell für einen Eingriff unter lokaler Betäubung. Möglich ist die Operation auch im Dämmerschlaf, einer leichten Sedierung mit einem Cocktail aus Beruhigungs-, Schlaf- und Schmerzmitteln, oder sogar in Vollnarkose.

ICH WEIHE MEINE BESTE FREUNDIN EIN, die mich am Tag der OP begleitet. Irgendwie bin ich nicht mal richtig aufgeregt, die Stimmung in der Praxis ist locker, vermittelt mir Sicherheit. Dr. Peters fotografiert mein Gesicht aus allen Perspektiven, zeichnet Linien auf die Haut und fragt zum Schluss: „Soll das Knickauge bleiben?“ Sie meint die Augenform – und ich verneine. Wir besprechen, dass sie das rechte Auge mit einem „kleinen Schnitt“ angleicht. Damit ist die Entfernung überschüssiger Haut gemeint, die muskuläen Strukturen bleiben unberührt. Auf der linken Seite sieht es anders aus: „Hier bringt nur ein muskelstraffender Eingriff mit Entfernung von etwas Fettgewebe das gewünschte Ergebnis.“ In beiden Fällen will sie den Schnitt so setzen, dass die Narbe in der Lidfalte verschwindet und anschließend unsichtbar ist.

WÄHREND DES EINGRIFFS DARF ICH MIR MUSIK AUSSUCHEN, um 9.30 Uhr startet meine Playlist. Die Einstiche für die lokale Betäubung sind auszuhalten, ein Hamsterbiss wäre schlimmer. Bevor ich beide Augen schließen muss, sehe ich das Skalpell in den lilafarbenen Handschuhhänden der Ärztin. Ich spüre nichts. Wir unterhalten uns über das Lied, das gerade läuft, die Assistentin tupft an meiner Schläfe, der Medizinstudent im Praktikum macht Fotos – und beim vierten Song sagt Dr. Peters: „So, das erste Auge ist fertig.“ Beim zweiten höre ich ein zischendes Geräusch, es riecht nach verbrannter Haut. Keine Schmerzen, nur Herzklopfen. Die Ärztin beruhigt mich und erklärt, was sie gerade macht: „Ich straffe den Muskel mit einer bipolaren Pinzette, der Geruch entsteht durch die Verödung der Gefäße.“ Dann klebt sie dünne Pflasterstreifen auf die Wunde, ich darf die Augen öffnen und mich mit einer Coolpack Brille im Ruheraum hinlegen. Es ist 10.15 Uhr. „Das Wichtigste ist, in den ersten zwei, drei Tagen gut zu kühlen“, sagt die Assistentin, „am besten jede Stunde für zehn Minuten. Und gönnen Sie sich Ruhe, das fördert den Heilungsprozess. Lagern Sie beim Schlafen den Oberkörper hoch, nicht bücken, keine schweren Sachen heben und 14 Tage lieber kein Sport.“

UM 11.15 UHR HOLT MEINE FREUNDIN MICH AB. Eigentlich wollten wir ein Taxi nehmen, aber da das Wetter so schön ist und ich mich fit fühle, gehen wir die 20 Minuten zu Fuß zu meiner Wohnung. Mit Sonnenbrille, meinem wichtigsten Accessoire für die kommenden Wochen. Bis auf ein leichtes Puckern ist an diesem Tag nichts zu spüren. Unter dem rechten Auge hat sich ein kleiner Bluterguss gebildet, die Partie ist angeschwollen – und ich kühle stündlich weiter. Das Schlimmste für mich als Bauchschläferin ist die Nacht. Aus Kissen und Decken baue ich mir eine Mulde, die mich auf dem Rücken hält.

AM FÜNFTEN TAG SITZE ICH WIEDER AM SCHREIBTISCH, sechs Tage später werden die Fäden gezogen und ich bin erstaunt. Die Symmetrie ist mir fremd. „Was ist das denn für eine Eule?“, denke ich. An mein neues rundes Auge gewöhne ich mich aber schnell. Ungefähr einen Monat dauert es, bis sich die Nerven wieder finden und das taube Gefühl auf dem Oberlid verschwindet. Jeden Abend gebe ich ein Augengel („Night Repair Eye“ von Estee Lauder) auf die Lider und massiere es zur besseren Durchblutung mit einem Mikrostromgerät für die Augen ein („Visorelax“ von B. Kettner). Die Narben sind inzwischen selbst bei geschlossenen Augen nahezu unsichtbar, so als würde ein dünnes blondes Haar auf der Haut liegen. Gesehen hat niemand, dass sich mein Blick auf die Welt verändert hat, nicht mal meine Mutter. Als sie mich das erste Mal nach dem Eingriff sah, sagte sie nur: „Du warst viel an der frischen Luft, nicht?“